Diagnostik auf Augenhöhe
Neurodiversität erkennen und verstehen
differenziert, ressourcenorientiert, respektvoll
Mein Angebot umfasst fundierte klinisch-psychologische Diagnostik für Schulkinder, Jugendliche und Erwachsene jeden Alters.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Fragestellungen im Kontext von Neurodiversität, etwa bei Verdacht auf Autismus und/oder AD(H)S. Dabei kann im diagnostischen Prozess auch berücksichtigt werden, dass mehrere Themen gleichzeitig eine Rolle spielen können (sogenannte Komorbiditäten). Darüber hinaus sind diagnostische Abklärungen auch bei anderen psychologischen Fragestellungen möglich, zum Beispiel bei Lernschwierigkeiten (z. B. Legasthenie), Konzentrationsproblemen oder anderen Anliegen.
Im diagnostischen Prozess geht es nicht nur um das Sichtbarmachen von sogenannten „Symptomen“, sondern um ein gemeinsames Verstehen des individuellen Erlebens. Kinder, Jugendliche und Erwachsene bringen dabei ihre eigenen Wahrnehmungen, Erfahrungen und Fragen ein. Bei Kindern und Jugendlichen fließen zusätzlich die Perspektiven von Bezugspersonen sowie Beobachtungen aus Alltag und Schule ein. Ebenso bedeutsam wie diese persönlichen Perspektiven sind standardisierte diagnostische Verfahren.
Diagnostik wird so zu einem gemeinsamen Prozess des Verstehens – und kann dabei unterstützen, sich selbst mit mehr Klarheit und Selbstmitgefühl zu begegnen.
Zwischen Besonderheit und Belastung
Neurodiversität beschreibt die natürliche Vielfalt neurologischer Wahrnehmung und Informationsverarbeitung. Ob bei Autismus oder AD(H)S – neurodivergente Menschen erleben, denken und fühlen oft anders als der neurotypische Mainstream. Das ist kein Defizit, sondern Ausdruck individueller Besonderheiten.
Viele neurodivergente Menschen zeigen besondere Stärken – etwa einen feinen Blick für Details, ausgeprägte Kreativität, analytisches Denken oder die Fähigkeit, ungewöhnliche Lösungswege zu erkennen.
Gleichzeitig kann es mit erheblichem Leidensdruck verbunden sein, wenn man sich dauerhaft „anders“ fühlt, nicht dazugehört oder das Gefühl hat, dass bestimmte Dinge im Alltag oder im sozialen Miteinander schwerer gelingen als bei anderen. Häufig entstehen diese Belastungen nicht durch die neurodivergente Wahrnehmung selbst, sondern durch ein Umfeld, das stark auf neurotypische Erwartungen ausgerichtet ist.
Eine differenzierte Diagnostik kann hier Orientierung geben – und der erste Schritt sein, um Erleben einzuordnen, Stärken sichtbar zu machen und nächste Schritte stimmig zu gestalten.
Was Sie erwartet
Erstgespräch
Im Erstgespräch klären wir gemeinsam die Fragestellung, bisherige Erfahrungen und das aktuelle Erleben. Dieses Gespräch bildet die Grundlage für die weitere diagnostische Abklärung.
Bei Erwachsenen stehen dabei die eigenen Wahrnehmungen und Erfahrungen im Mittelpunkt. Bei Kindern und Jugendlichen fließen zusätzlich die Perspektiven der Eltern oder anderer nahestehender Bezugspersonen in die Anamnese ein. Diagnostik auf Augenhöhe bedeutet für mich, dass eine Einschätzung nicht über Sie hinweg, sondern gemeinsam mit Ihnen erfolgt.
Wenn vorhanden, bringen Sie bitte folgende Unterlagen mit:
- frühere Befunde
- schulische Unterlagen (z.B. Volksschulzeugnisse)
- ggf. weitere Dokumente, die im Zusammenhang mit Ihrer Fragestellung stehen könnten
Testung & Fragebögen
Je nach Fragestellung erfolgt eine individuell abgestimmte Auswahl an diagnostischen Verfahren. Die Testung findet in meiner Praxis statt und ist meist auf mehrere Termine verteilt.
Ergänzend kommen strukturierte Fragebögen zum Einsatz. Bei Erwachsenen dienen diese in erster Linie der Selbsteinschätzung und – wenn möglich – der Einschätzung durch eine nahestehende Person. Bei Kindern und Jugendlichen werden Fragebögen sowohl zur Selbsteinschätzung als auch zur Einschätzung durch Eltern eingesetzt; bei Bedarf können auch Rückmeldungen aus der Schule einbezogen werden.
In der Erwachsenendiagnostik kann es zusätzlich hilfreich sein, die Perspektive einer Person einzubeziehen, die Sie bereits aus der Kindheit kennt. Dieses Gespräch dient dazu, frühe Entwicklungserfahrungen und Verhaltensweisen besser einordnen zu können. Wenn eine solche Bezugsperson nicht zur Verfügung steht oder ein Einbezug nicht gewünscht ist, ist eine diagnostische Abklärung selbstverständlich auch ohne dieses Gespräch möglich.
Für die Testung empfehle ich außerdem:
- etwas zu trinken
- eine kleine Mahlzeit vorab – für Konzentration und Ausdauer
- eine Brille (falls benötigt)
Befundbesprechung
Nach der Auswertung der diagnostischen Verfahren findet zunächst die Befundbesprechung statt. Dabei betrachten wir die Ergebnisse aus Gesprächen, Tests und Fragebögen gemeinsam und besprechen die diagnostische Einschätzung sowie mögliche nächste Schritte.
Bei Kindern und Jugendlichen ist es mir wichtig, dass die Ergebnisse nicht über sie hinweg besprochen werden. Je nach Alter erfolgt die Befundbesprechung daher gemeinsam mit dem Kind oder Jugendlichen und den Eltern.
Im Anschluss erhalten Sie einen schriftlichen Befund mit der diagnostischen Einschätzung und Empfehlungen für das weitere Vorgehen. Dieser wird Ihnen in den Tagen nach der Besprechung übermittelt.
Wenn Sie möchten, kann im Anschluss ein therapeutischer Prozess beginnen – etwa um persönliche Themen zu vertiefen oder eine Diagnose in Ruhe zu verarbeiten und in das eigene Selbstverständnis zu integrieren.
Ergänzend können auch Beratungseinheiten im Kontext von Neurodiversität vereinbart werden – etwa für Psychoedukation, zur Klärung von Rahmenbedingungen oder zur Entwicklung von Strategien für den Alltag.
Ankommen darf leicht(er) sein
In meiner Praxis ist es mir wichtig, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Sie sich sicher und gesehen fühlen können.
Zur Begrüßung schüttle ich keine Hände. Ob mit oder ohne Blickkontakt, mit Begleitperson oder mit klaren Informationen im Vorfeld – vieles ist möglich. Gerne können Sie mir mitteilen, wenn das Licht gedimmt, Pausen flexibel gestaltet oder Fragen zum Ablauf vorab geklärt werden sollen.
Wenn es individuelle Bedürfnisse gibt, die Ihnen das Ankommen oder das Gespräch erleichtern, bin ich offen, diese gemeinsam mit Ihnen zu berücksichtigen.
Kosten
Mir ist es wichtig, dass Sie von Beginn an wissen, womit Sie rechnen können. Ein Diagnostikprozess kann emotional herausfordernd und organisatorisch aufwendig sein – klare Rahmenbedingungen helfen dabei, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Deshalb gestalte ich die Kosten für klinisch-psychologische Diagnostik transparent und nachvollziehbar.
Die Abrechnung erfolgt nach zeitlichem Aufwand:
€ 110 pro Einheit (60 Min.) für Gespräche, Testung und Befundbesprechung
€ 220 pauschal für den schriftlichen Befund
Gerne gebe ich Ihnen auf Anfrage eine grobe Einschätzung der voraussichtlichen Gesamtkosten – damit Sie gut informiert entscheiden können. Für diagnostische Abklärungen sind bei Bedarf auch Ratenzahlungen möglich.
Hinweis: Für klinisch-psychologische Diagnostik ist derzeit keine Rückerstattung durch gesetzliche Krankenkassen möglich. Eine Überweisung ist daher für die Inanspruchnahme in meiner Praxis nicht erforderlich. Private Zusatzversicherungen erstatten unter Umständen einen Teil der Kosten. Bitte erkundigen Sie sich dazu direkt bei Ihrer Versicherung. In vielen Fällen wird dafür eine Überweisung benötigt, auf der „klinisch-psychologische Diagnostik“ vermerkt ist.
Ablauf
Der Ablauf kann je nach Altersgruppe und Fragestellung variieren. Im Folgenden sind typische Abläufe in der Erwachsenen- sowie in der Kinder- und Jugenddiagnostik dargestellt.
Bei Erwachsenen
- Erstgespräch / Anamnese: 1,5 Einheiten (online oder in der Praxis)
- Fragebögen: Selbsteinschätzung sowie ggf. Fremdeinschätzung
- Diagnostiktermine: ca. 3–5 Einheiten (in der Praxis)
- Gespräch mit einer Bezugsperson aus der Kindheit (optional): ca. 1 Einheit (telefonisch oder online)
- Befundbesprechung: 0,5 Einheiten (online oder in der Praxis)
- Schriftlicher Befund: Pauschale
Bei Kindern und Jugendlichen
- Elterngespräch / Anamnese: 1 Einheit (telefonisch; bei Jugendlichen ggf. gemeinsam)
- Fragebögen: Selbsteinschätzung des Kindes / Jugendlichen sowie Einschätzung durch Eltern; wenn möglich auch Schule
- Diagnostiktermine: ca. 3–5 Einheiten (in der Praxis)
- Störungsspezifisches Interview mit einem Elternteil (AD(H)S / Autismus): 1 Einheit (telefonisch)
- Befundbesprechung: 0,5 Einheiten (gemeinsam mit Kind/Jugendlichen und Eltern; online oder in der Praxis)
- Schriftlicher Befund: Pauschale
- Bei Bedarf: Austausch mit behandelnder Psychiater*in oder Psychotherapeut*in
Beratung im Kontext von Neurodiversität
Einheit: €110
Psychologische Beratung im Anschluss an eine Diagnostik – oder unabhängig davon. Für Erwachsene, Familien oder Paare, die sich mit Fragen rund um neurodivergente Wahrnehmungs- und Denkweisen auseinandersetzen möchten.
Auszug an möglichen Themen:
Selbstorganisation & Alltagsstruktur
Kommunikation im privaten oder beruflichen Umfeld
Schul-, Bewerbungs- oder Jobsituation
Über eigene Bedürfnisse sprechen, hilfreiche Rahmenbedingungen erarbeiten
Umgang mit der eigenen Diagnose
Selbstakzeptanz & Identitätsfindung
Gegenseitiges Verständnis in Paarbeziehungen
Nachrichten meiner Klient*innen
Zuerst einmal danke danke danke für den Prozess. Ich habe mich bei dir unglaublich wohl und gesehen gefühlt!
Und Danke für den ausführlichen Diagnosebericht. Ich habe ein paar Tage gebraucht, bis ich mich getraut habe ihn zu lesen und danach war es immer noch recht unwirklich. Aber langsam sickert es und kommt an. Ich lerne jetzt wieder täglich mehr über mich durch diese neue Perspektive und es fällt mir leichter Grenzen zu ziehen und für mich zu sorgen. Das ist super! Ein riesen Schritt für mich.
Anonym [39 Jahre]
Ich habe mir lange Zeit Selbstvorwürfe gemacht, warum ich mir denken würde Autismus und AD(H)S zu haben. Ich funktioniere doch meistens gut! Für mich war eine gendersensible Abklärung essentiell, weil sonst die große Frage weiter in meinem Kopf herumschwirren würde. Die angenehme Atmosphäre erleichterte den Prozess und ich fühlte mich währenddessen sehr gut aufgehoben.
Anonym [19 Jahre]
Das, was für mich am meisten mein Herz berührt hat, war, dass Sie gesagt haben, dass wir "Quallen vielleicht einfach nur andere Quallen finden müssen und unseren Ozean wo wir uns wohlfühlen".
1) finde ich es wirklich schön, dass Sie meine Metapher verstanden haben und 2) dass es für uns Quallen Hoffnung gibt.
Die Diagnostik hat mir auch geholfen, Wege zu finden, um Dinge besser zu erklären bzw. in meinen zwischenmenschlichen Beziehungen besser verstanden zu werden.
Ich zwinge mich auch nicht mehr zu vielen Dingen bei Personen, die mir nahe stehen. Es ist eine deutliche mentale Entlastung da.
Es macht natürlich viel mit einem aber andererseits, war ich ja schon immer so.. und weiß jetzt, dass ich ok bin, so wie ich bin.
Anonym [30 Jahre]
Einerseits wollte ich es unbedingt wissen, aber da ich mir ja recht schwer tue, mich anderen Menschen zu öffnen, war es natürlich nicht einfach und auch natürlich die Ungewissheit, was kommt auf mich zu. Die ganzen overthinking sorgen halt. Aber schlussendlich war die Neugier und der Drang nach Bestätigung größer und ich habe den Schritt gewagt. Ich hätte ja jederzeit abbrechen können, wenn ich mich unwohl fühle.
Die Diagnostik war für mich überraschenderweise sehr erfreulich. Die ganzen Test waren sogar spaßig, ich wollte teilweise nicht mal eine Pause machen. Die Gespräche mit dir waren auch sehr angenehm, da ich fühlte, dass du empathisch bist und auch sehr verständnisvoll. Das Endergebnis war eine Erleichterung für mich, da ich nun wirklich die Bestätigung habe, sowohl ADHS als auch Autismus zu haben. Ich habe auch leichte Freude empfunden, da ich nun weiß ich denke nur anders.
Anonym [32 Jahre]